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Im Moment ist ja das Thema Sterbehilfe ganz aktuell. Allein in der letzten Woche brachten ARD und ZDF hintereinander eigene Sendungen zu diesem Thema.
Anlass dafür war wohl die „Hilfe" des Hamburger Ex-Senators und Ex-CDU-Mitglieds Roger Kusch mit eigenem Sterbehilfe-e.V. bei der Selbsttötung einer 79-jährigen Frau, die nicht an einer todbringenden Krankheit litt.
Darf man das oder darf man das nicht: Den eigenen Todeszeitpunkt bestimmen bzw. jemandem, der das will, dabei helfen?
Natürlich sagen wir als Christen ganz schnell: Weder das eine noch das andere ist erlaubt. Warum? Kurz und knapp: Weil Gott als unser Schöpfer über den Beginn und das Ende unseres eigenen Lebens oder das Leben eines anderen Menschen bestimmt und nicht wir selbst.
Soweit, so gut.
Aber aus der Sicht eines Menschen, der Gott nicht kennt und für den „Gott, der Schöpfer" auch gar keine Denk- und Lebens-Kategorie ist, ist das überhaupt keine Erklärung und schon gar kein Grund, die eigene Einstellung zu ändern. Da ist nun mal der Mensch allein auf sich gestellt; er ist die letztlich allein gültige Instanz und unterliegt der totalen Autonomie.
Und da ist es - vielleicht zum Erschrecken von uns Christen - nur konsequent gedacht, dass niemand, weder Arzt noch Politik noch die Gesellschaft, ein Anrecht darauf haben, über das eigene Leben inklusive des entsprechenden Endes zu bestimmen. Und wenn man es könnte, würde man natürlich den Anfang auch noch selbst festlegen.
Bei den Diskussionen in den Sendungen konnte man fast mit Händen greifen, dass all die (richtigen) politischen und medizinischen Argumente gegen Sterbehilfe viel zu kurz griffen und nicht ein Fünkchen Verständnis dafür bei den Befürwortern geweckt haben - weil es keine gemeinsame Denkgrundlage mehr gibt.
Nach dem Motto: Das mag (im Moment noch) alles schön und gut sein, aber in einer „aufgeklärten Wissensgesellschaft" (Zitat in einem Artikel auf heise.de) gilt das doch gar nicht mehr. Erkennt es doch endlich und macht den Weg frei, ihr Zurückgebliebenen.
Wir leben in einer Zeit der eingebildeten absoluten Autonomie des Menschen. Ethisch-moralische Grenzen und daraus folgende Gesetze werden in einem andauernden Prozess nach und nach aufgeweicht - wie eine Küste, die durch den ständigen Wellengang nach und nach abgetragen wird.
Irgendwann war es das Thema Abtreibung, dann das Thema Homosexualität, jetzt die Themen Embryonenforschung und Sterbehilfe.
So sehr unser Erschrecken und das fassungslose Beobachten verständlich sind - es sind Zeit und Gelegenheit anderen deutlich zu machen, dass es wirklich einen Wert hat, wenn man sein Leben an grundsätzlichen Werten und einer positiven Abhängigkeit und Verantwortung Gott gegenüber fest macht. Denn die Alternative, die Konsequenzen der totalen Autonomie sind Beliebigkeit und Anarchie. Und das steht einer aufgeklärten Gesellschaft nicht gut, die vermeindlich so viel weiß, aber so wenig umgesetzt bekommt.