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Es ist völlig normal, dass Jugendliche die in Städten und Dörfern wohnen, wo es keine Uni gibt, irgendwann in eine coole Uni-Stadt wechseln. Für Leute, die auch gerne mal von zu Hause weg wollen, kann das auch die Ausbildung sein, die man einfach mal woanders macht oder das FSJ oder der Zivildienst.
Weil das so ist, gibt es immer einige Gemeinden, die eher Leute abgeben als bekommen. Sie sind eine Art Durchlauferhitzer im Rahmen der christlichen Jugendarbeit. Sie bekommen Teenager und Jugendliche zwischen 14-20 anvertraut und haben die Chance sie zu prägen und zu fördern. Leider wird das teilweise nicht besonders gut gemacht. Aber es gibt sehr viel gute Jugendgruppen.
Dummerweise ist es jetzt so, dass im Rahmen der traditionellen Freikirchen, die ich so überblicke (Baptisten, Freie Gemeinden und Brüdergemeinden im Bund und außerhalb des Bundes) gerade in Großstädten wenig attraktive Gemeinden zu finden sind. Mit attraktiv meine ich, dass es Gemeinden sind, die eine Vision für ihre Stadt haben, sich auf Studenten und generell auf neue und auch junge Leute einstellen, ihnen einen Rahmen des Auftankens, des Mitarbeitens geben und sie Willkommen heißen. Das heißt auch, dass die Formen der Gemeinden nicht irgendwo 1980 stecken geblieben sind. Also sind die Gottesdienst auch gestalterich attraktiv, inhaltlich sowieso. Ich rede jetzt aber nicht von Jugendkirchen.
Ich kenne nur eine Handvoll Brüdergemeinden, die ein wenig so attraktiv sind, dass Studenten dorthin gehen würden. Selbst wenn sie aus einer Brüdergemeinde kämen. Wieso sollten sie sich in einer Großstadt einer langweiligen Gemeinden anschließen, wenn es echte gute Alternativen gibt? Und die gibt es. Es gibt neue und attraktive Gemeindegründungen, außerhalb der eigenen Konfession.
In Baptistengemeinden sieht es meine ich nicht viel besser aus, außer dass es ein paar echte große und fitte Gemeinden gibt, die relevant sind. Da es davon mehr gibt, als von Brüdergemeinden ist auch die Zahl derer größer. die attraktiv sind. Aber ich glaube nicht, dass es sehr viele sind.
Als rühmliche Ausnahme möchte ich das Citychurch-Konzept (wenn es eins ist, aber zumindest gibt es einige Citychurches und es werden wohl neue gegründet) der FeG´s nennen. Hier sind attraktive Gemeinden am Start, die sowohl für Christen, die neu in der Stadt sind als auch für deren Freunde relevant sind. Wie viele Großstädte aber dazu gehören, kann ich auch nicht sagen. So viele werden es noch nicht sein.
Au man, ich befürchte folgendes: Wenn die Freikrichen schon nicht für die eigenen Leute so interessant sind, dass sie sich bei einem Zuzug in Großstädten für sie entscheiden, wie wirken sie dann wohl auf Nichtchristen, die die Gemeinde ja erreichen soll?
Scheiße. So kann das doch nicht weitergehen.